Am 15.06.2026 unternahmen alle Biologie-Grundkurse sowie der Biologie-Leistungskurs der 11. Klasse eine Exkursion zur Auwaldstation in
Lützschena. Ziel des Tages war es, die Biodiversität des Leipziger Auwaldes kennenzulernen und ökologische Zusammenhänge außerhalb
des Klassenzimmers zu erforschen.
Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler in der Auwaldstation einen Einblick in die Entstehung und Bedeutung von Auwäldern.
Dabei wurden nicht nur die vielfältigen Funktionen dieses besonderen Lebensraumes vorgestellt, sondern auch aktuelle Herausforderungen
thematisiert. So erfuhren die Teilnehmenden beispielsweise mehr über die Auswirkungen von Verstädterung, veränderten Wasserständen und
forstwirtschaftlicher Nutzung auf die mitteleuropäischen Auwälder.
Anschließend wurden die Kurse in sechs Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe durchlief eine individuelle Route durch den Auwald und
bearbeitete insgesamt 14 verschiedene Stationen. An 3 Stationen wurden die Schülerinnen und Schüler von Mitarbeitenden der
Auwaldstation begleitet. Dort untersuchten sie unter anderem die chemischen Eigenschaften von Gewässern, lernten verschiedene Tier- und
Pflanzenarten kennen und analysierten Umweltfaktoren wie Licht, Bodenbeschaffenheit oder Feuchtigkeit in unterschiedlichen
Lebensräumen. Weitere 9 Stationen mussten selbstständig mithilfe von Informationstexten und dem bereits im Unterricht erworbenen Wissen bearbeitet werden. Dabei beschäftigten sich die Gruppen unter anderem mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung, den Besonderheiten des
Waldbodens. Die Aufgaben boten dabei eine gute Gelegenheit, theoretische Unterrichtsinhalte direkt in der Praxis anzuwenden.
Gegen 13:30 Uhr trafen sich alle Gruppen wieder an der Auwaldstation. Dort wartete die letzte Station des Tages auf die Teilnehmenden: das
Thema „Neobiota“. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie Tier- und Pflanzenarten aus anderen Regionen der Welt nach Deutschland
gelangen und welche Auswirkungen sie auf heimische Ökosysteme haben können. Besonders anschaulich wurde dies am Beispiel des
Waschbären, der ursprünglich nicht in Deutschland heimisch war. Da er hier nur wenige natürliche Feinde besitzt, kann er sich stark
ausbreiten und unter anderem Amphibien, Vögel oder deren Gelege gefährden.
Die Exkursion ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, zahlreiche Unterrichtsinhalte direkt in der Natur zu erleben und ökologische
Zusammenhänge besser zu verstehen. Gleichzeitig zeigte sie, wie komplex und empfindlich unsere heimischen Ökosysteme sind.
Ein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitenden der Auwaldstation für die spannenden Einblicke sowie allen Schülerinnen und Schülern für ihre
engagierte Mitarbeit.
Und falls ihr das nächste Mal durch den Auwald spaziert und plötzlich einen Waschbären entdeckt, könnt ihr nun nicht nur sagen, dass es
ein Waschbär ist – sondern auch erklären, warum er eigentlich gar nicht hier sein sollte. Biologie kann eben manchmal doch ganz nützlich
sein.
Evelin Mokk und Mia Franke









