Am 26. Februar machte sich die GWI-Gruppe der 8. Klasse von Frau Hertel
gemeinsam mit Herrn Wagner auf den Weg in die Leipziger Stadtbibliothek. Dort
nahmen wir am Workshop „Volljährig für einen Monat“ teil – einem Planspiel rund
um das Thema Finanzen.
Nach der Ankunft wurden wir freundlich von zwei Workshop-Leiterinnen empfangen
und durften uns in Dreiergruppen einteilen. Jede Gruppe stellte eine 18-jährige
Person dar: zum Beispiel Auszubildende in verschiedenen Lehrjahren oder
Studierende mit BAföG und/oder Nebenjob. Unsere Aufgabe war es, einen Monat
lang mit dem verfügbaren Geld auszukommen – und möglichst nicht im Minus zu
landen.
Zu Beginn erhielt jede Gruppe 2.000 Euro Startkapital von den „Eltern“. Danach
mussten wir wichtige Entscheidungen treffen: eigene Wohnung oder WG, Auto oder
ÖPNV, Haustier, Rauchen – ja oder nein? Jede Entscheidung hatte direkte
Auswirkungen auf unser Budget.
Das monatliche Einkommen wurde einmal zu Beginn des Spiels ausgezahlt – so wie
im echten Leben. Je nach Rolle fiel es unterschiedlich hoch aus. Unsere Gruppe,
die eine Studentin mit BAföG und Nebenjob verkörperte, erhielt 1.100 Euro und
hatte damit eines der höchsten Einkommen.
Der Monat war in vier Wochen unterteilt. Jede Woche mussten feste Ausgaben
bezahlt werden, zum Beispiel Miete oder laufende Kosten. Zusätzlich zogen wir
sieben Ereigniskarten pro Woche. Diese sorgten für unerwartete Einnahmen oder
Ausgaben: Geburtstagsgeschenke, kaputte Gegenstände oder kleine Gewinne. Einmal
pro Woche durfte man eine Zahlung ablehnen – danach musste man jedoch zahlen.
In der zweiten Woche beschäftigten wir uns mit Versicherungen und entschieden,
welche sinnvoll oder notwendig sind. In der dritten Woche kam ein Sparkonto
dazu: Wir konnten freiwillig Geld zurücklegen und merkten schnell, wie wichtig
Rücklagen sein können. Kredite aufzunehmen war ebenfalls möglich – allerdings
keine besonders angenehme Lösung.
Am Ende des Monats wurde abgerechnet. Unsere Gruppe hatte noch 1.820 Euro
übrig. Dabei wurde deutlich, wie sehr Entscheidungen und unerwartete Ereignisse
das eigene Budget beeinflussen können.
Der Workshop hat uns auf eine anschauliche und realistische Weise gezeigt,
welche Verantwortung mit der Volljährigkeit verbunden ist. Besonders spannend
war zu erleben, wie schnell Geld „verschwindet“ – und wie wichtig es ist, den
Überblick zu behalten. Ein lehrreicher Ausflug, der uns sicher noch lange im
Gedächtnis bleiben wird.
Mara Wieprecht






